Astro Radio setzt auf Lawo Virtual Mixing

04.Juli 2018 - 11:10

Astro Radio in Kuala Lumpur hat mit einer dritten Generation von Mischpulten die virtuelle Studiotechnik des deutschen Herstellers Lawo als Standardausstattung in seinen Hörfunkstudios installiert.

"Wir mussten neu denken, wie ein Studio-Sendepult in einer sich schnell entwickelnden kommerziellen FM-Radiobranche sein sollte", sagt Astro Radio Chief Technology Officer, Bala Subramaney.

Erstmals auf Sendung ging Astro 1996 mit einem modernen Audio-Routing-System und digitalen Radiokonsolen, die speziell auf die technischen Anforderungen des Unternehmens zugeschnitten waren. Im Jahr 2006 beschaffte der Sender dann Radiomischpulte mit umfassender Funktionalität und konnte so die Arbeitsabläufe im Studio vereinfachen und erleichterte es den Moderatoren, sich auf die Inhalte zu konzentrieren.

"Wir haben damals die besten Funktionen unserer ersten Radiopulte dokumentiert, häufige Bedienfehler analysiert und die Kollegen um Verbesserungsvorschläge gebeten. Diese Infos wurden zu einem umfassenden Dokument verdichtet und als Anfrage an Lawo geschickt. Lawos Antwort darauf war das modulare zirkon-2s Sendepult ", sagt Bala über die "zweite Generation" von digitalen Konsolen in seinem Haus. "Das zirkon-2s verkörperte einfache Bedienung sowohl in Design als auch in Funktion. Zum Beispiel konnten die Moderatoren per Tastendruck ein Makro anstoßen und so zeitgleich Telefongespräche aufzeichnen, Gespräche bearbeiten und eine Außenübertragung einspielen."

Dieser Erfolg brachte Astro Radio nun dazu, die dritte Generation von Mischpulten zu installieren. Die Konsolen kommen in den neuen Studioregien in Kuala Lumpur zum Einsatz, wo das Unternehmen im Jahr 2017 zwei weitere Radiosender erwarb und daher Platz für neue Sendestudios, Produktionsarbeitsplätze und Geräteräume benötigte – zusätzlich zu seinen bereits bestehenden 13 Senderegien, sieben Nachrichtenstudios, drei Sprecherkabinen, acht Audioproduktionsstudios und Schnittplätzen sowie sechs Geräteräumen. Die Pläne für die Konsolen und das Routing-System hatten bereits vorgelegen, als der Sender in ein Gebäude mit anderen Astro-Unternehmensbereichen umzog, um den erweiterten Studioanforderungen gerecht zu werden.

"Mitte 2016 begannen wir mit dem Design einer virtuellen Konsole, von dem wir wussten, dass es die Sichtweise der Branche auf Radiopulte in Frage stellt", erinnert sich Bala. "Wir wollten einen radikal neuen Ansatz für On-Air-Studios, auch bezüglich der Studioausstattung – was dort wirklich hinein muss und was nicht. Denn die Studioumgebung wirkt sich auch darauf aus, wie Moderatoren die Technik in der Studioregie nutzen, mit der virtuellen Konsole als zentralem Element.

"Wir beauftragten den Innenarchitekten damit, drei Sendestudios zu entwerfen, die minimalistisch, unkonventionell und funktional sein sollten und zugleich die Noise Criteria (NC) Rating 20 erfüllten. Wir wollten Designs, die unsere Moderatoren dazu inspirieren, fesselnde On-Air- und Online-Inhalte für das Radio von heute zu liefern."

Die virtuelle Konsole von Lawo erfüllt alle Mischpultanforderungen; die Konsole ist Software und wird über ein Multi-Touch-Interface auf einem hochauflösenden Computerdisplay bedient, was bereits zuvor erfolgreich im Newsroom von Astro Radio getestet worden war. Ohne die Einschränkungen von physischen Drehreglern, Buttons und Fadern bietet der Bildschirm nur die relevanten Bedienelemente und Informationen und verbirgt alles, was für die jeweilige Aufgabe nicht benötigt wird.

Neben erstklassiger Bildschirmdarstellung und Zuverlässigkeit – beide Punkte erfüllt das virtuelle Mischpult ganz hervorragend – waren Flexibilität und Kosteneffizienz für Astro von großer Bedeutung. "Ein großer Vorteil der virtuellen Mischpulte ist die Kostenersparnis gegenüber Hardware-Konsolen – wir müssen keine Ersatzteile vorhalten und benötigen kein Zubehör. Außerdem sind sie ästhetisch ansprechender und angenehmer zu bedienen“, sagt Bala.

"Zusätzlich zu den Standardfunktionen des virtuellen Mischpults zeigt das Lawo VisTool auch alle virtuellen Module der beiden Touchscreens an - ein Benutzer kann so alle Kanäle, Fader und Tasten auf dem Touchscreen über die VisTool-PC-Oberfläche steuern.“

Die Moderatoren von Astro Radio sind Online-Persönlichkeiten mit großen Fan-Gemeinden, so dass sie ihre Radio-Community durch Online-Streaming und Social-Media-Plattformen sowie On-Air-Radiosendungen stetig vergrößern. Mit Rundfunktechnik sind die Moderatoren allerdings nicht unbedingt vertraut.

"Content-Manager erwarten von neuen Moderatoren, dass sie schnell loslegen und sich regelmäßig während ihrer Schicht mit den Zuhörern über Social Media austauschen - jeden Tag. Da bleibt nur sehr wenig Zeit für die Einarbeitung in die Studioregietechnik", bestätigt Bala. "Also musste das virtuelle Radiomischpult auch für Einsteiger sehr einfach und intuitiv bedienbar sein."

Der Einsatz der „Virtual Console“ bietet zudem einen schnelleren Softwareentwicklungszyklus: "Wir sind in der Lage, neue Features und Funktionen sowohl für Standard- als auch für benutzerspezifische Snapshots zu entwickeln. Wir können das Konsolenlayout – oder Skins – inklusive Fader- und Tasten in Größe, Form und Farbe einfach anpassen sowie Makros und GPIO-Signalisierung integrieren. Diese Flexibilität gibt uns die Freiheit, neue Möglichkeiten im Konsolendesign zu erforschen. Zum Beispiel haben wir mehr Kanal-Fader pro Bildschirm hinzugefügt und die Monitoring-Steuerelemente auf einen Popup-Bildschirm verschoben.

"Mit den virtuellen Touchscreen-Konsolen sind wir ein großes Risiko eingegangen, aber wenn man in die glücklichen Gesichter unserer Moderatoren und ihrer Content-Manager schaut, weiß man, unser „Risikospiel“ hat sich ausgezahlt", schließt Bala.