Der Papst zu Besuch in Deutschland.
Übertragungswagen des SWR übertrugen live mit Technik von Lawo.
Ist der Papst auf Reisen, so heißt das höchste Sicherheitsstufe für alle Beteiligten. Insbesondere für Rundfunkanstalten, die von diesem Großereignis berichten wollen, bedeutet das erschwerte Bedingungen und einen hohen logistischen Aufwand. Beim Besuch des Papstes in Freiburg war der SWR mit Fernseh- und Hörfunk-Übertragungswagen vor Ort. Eine zentrale Rolle spielten dabei Mischpulte der Firma Lawo.
Am Samstagabend fand eine Vigilfeier mit Jugendlichen statt. Für die Mischung dieser Großveranstaltung stand neben dem FÜ2HD für die reine Tonmischung der Ü1 bereit. Verarbeitet wurden etwa 70 Mikrofonkanäle in den beiden Ü-Wagen. Der FÜ2HD hat neben der Erstellung des Weltbildes der Vigilfeier auch in zwei weiteren Regien das komplette ARD- und SWR-Programm des Papstbesuchs in Freiburg abgewickelt und stand fest an der Messe Freiburg. Insgesamt wurden also drei Regien in und am FÜ2HD bereitgestellt. Beim Gottesdienst am Flughafen, der am folgenden Sonntagmorgen stattfand, war der Ü5 für den Hörfunk im Einsatz. Weitere Ü-Wagen des SWR-Hörfunks waren ebenfalls in Freiburg vor Ort.
Höchste Sicherheit
Der große Compound des SWR an der Messe Freiburg wurde von vier Sicherheitskräften bewacht. Von Seiten des Veranstalters galt natürlich die höchste Sicherheitsstufe, die vergleichbar mit der Sicherheitsstufe bei einem NATO-Gipfel ist. Da Freiburg an beiden Tagen nahezu komplett für den Autoverkehr gesperrt war, mussten für die Anfahrten der Mitarbeiter sehr große Zeitpuffer eingeplant werden – ein sehr hoher logistischer Aufwand für die Produktion. Um den Papst gab es einen großen abgeschirmten Bereich, in dem sich nur Personen mit Spezialausweis und großem Sicherheitscheck aufhalten durften. Ebenso wurde das gesamte Equipment in diesem Bereich aufwendig durchsucht. Der Zeitbedarf für diese Maßnahmen ist enorm hoch und musste von vornherein eingeplant werden.
Aufwendige Produktion
Für diese Art von Produktion werden in der Regel drei bis vier Tage Vorbereitung für die Konfiguration eingeplant. Vom technischen Aufwand her ist sie in etwa mit der Berichterstattung von großen Sportereignissen oder Wahlen zu vergleichen. Das mc²66 von Lawo im FÜ2HD verfügt über 140 Mikrofoneingänge, 192 DSP-Kanäle sowie 56 Fader, der Router mit redundanter Routerkarte über 8.192 mal 8.192 Koppelpunkte, das Pult ist daher für die Größe der Veranstaltung bestens gerüstet. Vier Programmwege erlauben das Absetzen von mehreren Feeds. Sollte es zum Havariefall kommen, so sind die Programmwege und die Sendewege, die Abhören und alle Aux-Wege über Digidesign Pro Tools abgesichert.
„Dadurch, dass wir im FÜ2HD und einem ausgelagerten Container drei Regien gleichzeitig abgewickelt haben, waren die Anforderungen an das Lawo-System und die Kreuzschiene sehr hoch“, erläutert Carsten Higler, Technischer Leiter für Sonderprojekte beim SWR, den technischen Aufwand. Und weiter: „Ein zusätzliches Audiopult wurde über MADI an die zentrale Lawo-Kreuzschiene angebunden und dort verwaltet. Damit konnten wir sehr flexibel mit allen Audiosignalen in den drei Regien umgehen.“ Über einen der vielen Vorteile des Lawo-Pults gibt schließlich noch Erich Ebert, Toningenieur beim SWR Stuttgart, Auskunft: „Zur Abwicklung der mehrkanaligen Quellen ist die flexible VCA-Steuerung von großem Vorteil.“
