Tradition und Moderne vereint im MUMUTH Graz.
Offizielle Eröffnung des Spielbetriebs mit Lawo-Equipment.
Anspruch und Aufgabe des „Hauses für Musik und Musiktheater“ - kurz MUMUTH - im österreichischen Graz, nämlich Tradition und Moderne zu vereinen, wurden bereits in den vergangenen Wochen perfekt realisiert: Im Februar - noch vor der offiziellen Eröffnung - fanden dort zwei Sparten des 7. Internationalen Wettbewerbs „Franz Schubert und die Musik der Moderne“ statt. Am 1. März folgte dann die feierliche Eröffnung mit der „Zauberflöte“ von W. A. Mozart. Am selben Abend wurde mit einem „Fest für Otto Kolleritsch“ der Rector emeritus der Kunstuniversität Graz (KUG) und langjährige Verfechter eben jenes Musik- und Musiktheaterhauses geehrt.
Schubert, Mozart und die Moderne vereint in einem fantastischen offen angelegten Gebäude, das neben der spektakulären Architektur insbesondere in Sachen Audio Einiges zu bieten hat – mit einem digitalen Mischpult von Lawo als Herzstück.
„Endlich können wir mit diesem architektonisch herausragenden Gebäude unseren Studierenden Raum bieten, um ihre künstlerische Ausbildung weiter zu verbessern. Die Aufgabe einer Kunstuniversität ist es, die Kunst stetig weiterzuentwickeln. Dank dem MUMUTH kann unser Publikum nun verstärkt an diesem spannenden Prozess teilhaben“, so KUG-Rektor Georg Schulz. Über zehn Jahre wurde das MUMUTH von dem renommierten holländischen Architekturbüro UNStudio von Ben van Berkel geplant – nach einem international ausgeschriebenen Wettbewerb mit 212 Einreichungen. Das Projekt war bereits als österreichischer Beitrag auf der Biennale in Venedig ausgestellt, die reine Bauzeit betrug noch einmal zwei Jahre.
Ein innovativer Klangraum
Den zentralen Bestandteil des MUMUTH bildet der große Aufführungsraum, der flexibel als Probe- und Arbeitsraum, Konzertsaal oder Musiktheater genutzt werden kann. Er ist für klassisches Musiktheater ebenso konzipiert wie für Neue Musik (auch elektronischer Art) und verfügt über ein avanciertes Beschallungssystem, das auf Ambisonics beruht. Diese Technik, die im MUMUTH mit 29 in der Kuppel angebrachten und einzeln ansprechbaren Lautsprechern umgesetzt wurde, ist ein Forschungsschwerpunkt am Institut für Elektronische Musik und Akustik der KUG. Die Software zum Betrieb des Beschallungssystems ist eine Eigenentwicklung der Grazer Wissenschaftler.
Als Audiomischpult kommt in Graz ein Lawo mc²66 zum Einsatz. Es verfügt über 32 Fader, 144 DSP-Kanäle und einen Router mit 9 MADI-Ports und 8.000 mal 8.000 Koppelpunkten. Die Entscheidung für Lawo fiel unter anderem wegen der Offenheit des mc²-Systems für externe Steuerung (Remote Monopl). Weitere Pluspunkte: Die sternförmige Vernetzbarkeit mit weit absetzbarem Core und I/O sowie die große und flexible Matrix. Auch lässt das Pult technische Entwicklungsarbeit zu – das System kann also in die Forschung mit einbezogen werden. Dies wurde unter anderem durch die Anpassung der DSP-Konfiguration in engem Kontakt zu Lawo möglich.
In Österreich setzt bereits die Bregenzer Seebühne für ihre ausgeklügelte Wellenfeldsynthese auf Equipment von Lawo; nun ist ein weiteres Theaterprojekt mit höchsten Ansprüchen an die Audiotechnik gemeinsam von Lawo und der Kunstuniversität Graz realisiert worden.

