Jede Schneeflocke einzeln im Bild.
Das ZDF berichtet mit neuer HD-Regie von den Winterspielen.
Ein Mann genießt seinen Kaffee in traumhafter Winterkulisse vor einer Skihütte. Plötzlich fallen Schneeflocken auf ihn herab und er weicht erschrocken zurück. Ein Skispringer nutzt das Dach der Hütte für einen weiten Satz in den Tiefschnee. Ein ganz normaler Werbespot, der die Berichterstattung des ZDF von den Winterspielen in Vancouver und Whistler zum Thema hat. Denjenigen, die über HD-Fernsehen verfügen, werden jedoch einige Details auffallen. So ist zum Beispiel jede Schneeflocke einzeln im Bild erkennbar. Und auch die Schneedecke auf dem Dach der Hütte zeichnet sich scharf vom ebenfalls weißen Steilhang ab.
Der Spot ist in HD gedreht und wirbt für den HD-Kanal des ZDF, der am 12. Februar pünktlich zum Beginn der Winterspiele auf Sendung ging. Aus der neuen HD-Regie des ZDF wird im Simulcast-Verfahren in SD und HD übertragen, das heißt es werden Übertragungen in HD, aber auch in SD geliefert. HD ist immer mit 5.1-Surround-Sound verbunden. Die neue ZDF-Regie kann bis zu sechs 5.1-Programme annehmen und zwei 5.1-Programme abgeben (Sendeleitung und Aufzeichnung). An diesem Punkt kommt Lawo ins Spiel, denn Lawo-Mischpulte mit 5.1 Technologie sind für diesen Einsatz prädestiniert.
Lawo-Technik in der neuen HD-Regie
In der neuen HD-Regie des ZDF ist ein Lawo mc²66 im Einsatz, das über 48 Fader (24/8/16) und 192 DSP-Kanäle verfügt. Der Router bietet eine Routingkapazität von 8.000 x 8.000 Koppelpunkten. Eine zusätzliche DSP-Karte ist für das Abhördelay vorgesehen, das für lippensynchronen Ton sorgt. Delay-Zeiten bis zu 10 Sekunden werden damit ermöglicht. Eine weitere Besonderheit: Aus einem mehrkanaligen Ton kann der internationale Ton (IT) isoliert und in den Datenstrom wieder eingesetzt werden, beispielsweise bei vertauschten Tonkanälen, die nicht dem internationalen Standard entsprechen. Die Signale werden von der „Mobilen Produktionseinheit (MPE)“ von ARD und ZDF in Vancouver über ein mc²90 und in Whistler über ein mc²56 gemischt und über die HD-Regie auf die Sendeleitung gegeben.
„Die Übertragung der olympischen Winterspiele aus Vancouver erfordert einen Regiebereich, in dem zentral alle unterschiedlichen Bild- und Tonformate verarbeitet werden können“, so Karsten Hammer vom Studiobetrieb des ZDF. Diese Signale sind teils im HD-Format, teilweise aber auch im herkömmlichen SD-Format. Da müsse up-, cross- und downkonvertiert werden, neue Signalpakete gebildet werden, Dolby 5.1, Stereoton, IT bearbeitet werden und das alles unter Livebedingungen. „Das ZDF fährt zweigleisig", so Karsten Hammer weiter. „Wir bedienen gleichzeitig zwei unterschiedliche Ausstrahlungswege. Das ist eine besondere Herausforderung!“
Heiße Produktionen
Erst ab März 2010 wird es dann „heiße“ Produktionen mit eigenen Studioprojekten geben: Ab diesem Zeitpunkt werden über die HD-Regie alle ZDF-Sportsendungen im regulären Studiobetrieb abgewickelt. Zum Beispiel steht am 3. März das Länderspiel Deutschland-Argentinien an, vom 13. bis zum 15. März wird es Übertragungen des nationalen Wintersports in HD geben.
Warum die Wahl beim Ton auf Equipment von Lawo fiel, beantwortet Wolfgang Wacker, Projektleiter im Bereich der Fernsehtechnischen Planung, so: „Der ZDF-Workflow ist mit der Lawo-Technologie am effizientesten zu realisieren. Features wurden gemeinsam entwickelt und die Flexibilität des mc²66 in Funktionalität, Hardware- und Software-Konfiguration erlaubt eine optimale Abstimmung von Mischpult und Workflow.“ Weitere Vorzüge von Lawo fasst Wolfgang Wacker abschließend zusammen: „Die Flexibilität, die Qualität der Technik, die Ausfallsicherheit durch redundante Bestückung, der gute Service sowie bei Bedarf persönliche Unterstützung durch Lawo-Service-Mitarbeiter.“
