Vorhang auf für das mc²66 im Prager Nationaltheater.
Erneuerung des Audiosystems erfolgreich abgeschlossen.
Eines der führenden Theater in Europa, das Nationaltheater in Prag, hat seine technischen Möglichkeiten durch die Installation von zwei Lawo mc²66-Mischpulten deutlich erweitert: Die Pulte sind Teil eines umfassenden Audio-Netzwerks und optimal auf die aktuelle Technik wie die zukünftigen Anforderungen des Theaters abgestimmt.
Das Národní divadlo (Nationaltheater) der Tschechischen Republik ist ein beeindruckendes neoklassizistisches Gebäude, das 1883 neu errichtet werden musste: Das Originalgebäude war nach nur 12 Vorstellungen bei einem Brand vollständig zerstört worden. Das Nationaltheater - herrlich an der Moldau mit Blick auf die Prager Burg gelegen – ist eine der wichtigsten kulturellen Einrichtungen des Landes. Es ist die künstlerische Heimat von drei Ensembles – Oper, Theater und Ballett – deren Aufführungen auf dieser renommierten Bühne abwechseln.
Die Ankunft der neuen Mischpulte markiert den Abschluss eines auf fünf Jahre angelegten Projekts zur Erneuerung des kompletten Audiosystems des Nationaltheaters. Während der Endphase ihrer Installation wurde eines der mc²66 Pulte bereits diesen Sommer von der tschechischen Regie-Legende Milos Forman bei der Aufnahme einer Live-DVD genutzt. Offiziell hatte Lawo dann sein Operndebut im Auditorium mit “Carmen” und bei einer Produktion von Tom Stoppards Stück “Rock ‘n’ Roll, bei dem beide Konsolen eingesetzt wurden.
In Zusammenarbeit mit seinem tschechischen Partner Mediatech hat Lawo dem Nationaltheater ein Audio-System geliefert, das in seiner aktuellen Konfiguration unbegrenzt flexibel ist und darüber hinaus viel Potential für zukünftige Erweiterungen bietet. Das Audionetzwerk basiert auf einer als zentralem Routingsystem aufgebauten Nova73 HD und 4 DALLIS I/O-Einheiten. Darin eingebunden sind einerseits ein 16-8-8 Pult als FOH-Mischsystem im Haupt-Auditorium und andererseits ein kleineres mobiles 8-8-8 mc²66, das auf vielfältige Weise eingesetzt werden kann: Sowohl für unabhängige Aufnahmen in einem separaten Studio als auch als Monitorkonsole für die Hauptbühne oder aber im Saal selbst, wo es bei bestimmten Vorstellungen live als Erweiterung des Hauptpultes eingesetzt werden kann. Daher war es entscheidend, dass beide Mischpulte dieselbe Art von Bedienoberfläche haben.
Herz des Systems ist eine Nova73 HD mit 3000 Koppelpunkten, an welche die DALLIS-Frames und alle Ein- und Ausgänge angebunden sind. Dieser zentrale Router erlaubt beiden Mischpulten jederzeit den Zugriff auf alle Audiosignale. Über die Rechteverwaltung kann von beiden Pulten auf alle Eingangssignale zugegriffen werden, auch wenn ein Pult als Hauptpult die Steuerung der I/O-Parameter und wichtigen Funktionen übernimmt. Diese können zwischen den beiden mc²66-Mischpulten über User Keys oder die GUI hin und her geschaltet werden.
Mit ihren 96 DSP-Kanälen können die Mischpulte zudem die Vorteile des Lawo Plugin Servers nutzen und eine große Palette von Effekten einsetzen. Damit ersparen sie den Toningenieuren des Theaters die Arbeit, externe Effektgeräte einbinden zu müssen. Mit dem Lawo Plugin Server, der praktisch als virtuelles Effekt-Rack eingesetzt wird, ist es möglich, jeden Effekt zu jedem Punkt des Pultes zu routen. Dort kann er über Snapshots oder die dynamische Automation aufgerufen und gesteuert und sogar über die GUI ausgewählt werden.
Das Nationaltheater entschied sich für eine Lawo-Netzwerklösung, weil sich die Systeme an die Bedürfnisse des Theaters anpassen lassen. Die mc²66 Pulte erlauben die Steuerung von ProTools DAWs über GPC-Fader oder das Mackie HUI-Protokoll. Weiterhin wurde ein „Automated Amplifier Switching“ für die 80 Lautsprecher im Theater über TCL-Programmierung implementiert, so dass, sobald ein physikalischer Ausgang ein Signal erhält, automatisch ein Verstärker über Relais eingeschaltet wird.
Roman Kasnik von Mediatech leitete das Projekt – von der Programmierung der Mischpulte bis hin zur Schulung der Toningenieure des Nationaltheaters. Obwohl die bereits vorhandene Verkabelung genutzt werden musste, die dort seit Jahren gelegt war und für die es keine adäquate Dokumentation gab, erledigte das Team von Mediatech erfolgreich die Installation - und das in einem engen Zeitfenster während der Sommerferien des Theaters und rechtzeitig vor dem Start der Theatersaison 2008/09.

