High-tech auch unter schwierigen Bedingungen.
Hörfunk der ARD berichtet mit Pulten von Lawo aus Vancouver und Whistler.
Regen in Vancouver und am Cypress Mountain. Nebel in Whistler – so dicht, dass die alpinen Skifahrer ihr Training abbrechen mussten. Nicht die idealen Voraussetzungen vor dem Start der Olympischen Winterspiele, die dann am 12. Februar mit der feierlichen Eröffnungsfeier eingeläutet wurden. Neben einer Regie im International Broadcast Centre (IBC) in Vancouver betreiben ARD und ZDF auch ein Studio im Mountain Broadcast Centre (MBC) in Whistler und berichten hier auch in Eigenregie aus dem Deutschen Haus. Für den ARD-Hörfunk sind 50 Kollegen vor Ort, 15 Techniker und 35 Reporter, die 18 Stunden täglich auf etwa 45 ARD-Radiosendern zu hören sind. Mit dabei: Equipment von Lawo.
„Ein mc²56-Pult, fünf crystal-Pulte, außerdem ein HD73-Core und einige lose Schnittstellenkarten für die Nova17. Weiterhin neun unterbrechungsfreie Stromversorgungen. Der Rest ist Technik aus den verschiedensten ARD-Häusern“, umreißt Alexander Bols, technischer Leiter von ARD Radio in Vancouver, das bei der Audio Broadcast Services GmbH (ABS) geliehene Equipment. Die Technik beruhe dabei auf drei Säulen: Technik vom Mitteldeutschen Rundfunk (MDR), der für die ARD die Federführung bei den Olympischen Winterspielen übernommen hat, Technik aus anderen ARD-Häusern und angemietete Technik bei Dritten.
Die Technik aus den anderen ARD-Anstalten wird in einem Pool für solche Großveranstaltungen vorgehalten und kann im Rahmen der ARD-Kooperation vom Federführer, der für Berichterstattung und technische Abwicklung für die ARD zuständig ist, ausgeliehen werden.
Getestet und für gut befunden
Vor Versand der gesamten Technik wird sie komplett beim Federführer aufgebaut, konfiguriert, vervollständigt und getestet. Dies geschah in diesem Fall beim MDR in Leipzig in den Monaten Oktober und November. Gleichzeitig wurden die vor Ort einzusetzenden Kollegen bereits während des Probeaufbaus an dieser Technik geschult und Produktionsabläufe geprobt. Anschließend wurde die Technik eingepackt, versandfertig gemacht und an die Produktionsorte Vancouver und Whistler verschifft. Dabei wurden acht Tonnen Hörfunktechnik aus insgesamt sechs ARD-Anstalten transportiert. Vor Beginn der Spiele reiste das Aufbauteam an und montierte die Technik im IBC und MBC sowie an allen Wettkampfstätten, den sogenannten Venues.
„Die Mischpulte erfüllen hauptsächlich zwei Funktionen: Die crystals werden für die Postproduktion von Hörfunkbeiträgen verwendet, das mc²56 ist das Sendemischpult für die Reportageleitung nach Deutschland“, so Bols weiter. „Auf diesem Pult werden die ankommenden Signale von den Venues zu sogenannten Venuebussen gemixt und entsprechend auf die Reportageleitung geblendet.“
Anspruchsvolle Neuerungen
Erstmals gibt es einen volldigitalisierten Produktionsprozess für den Hörfunk der ARD, denn bisher gab es teilweise noch analoge Signalverarbeitung an den Pulten. Drei Sendeleitungen gehen nach Deutschland, alle drei in Stereo – früher handelte es sich immer um Monosignale. Natürlich ist eine solch aufwendige Hörfunktechnik von langer Hand vorbereitet: In diesem Fall begannen die Planungen bereits im Frühjahr 2007.
Auf die Frage, warum sich die ARD für Produkte aus dem Hause Lawo entschieden hat, antwortet Bols abschließend: „Lawo hat das wirtschaftlichste Angebot gemacht. Des Weiteren passte die Technik gut in die bereits vorhandene ARD-Infrastruktur, in der schon Lawo-Komponenten vorhanden sind. Und last but not least können wir mit Lawo am besten unseren konzeptionellen Ansatz umsetzen: basierend auf einer reinen internen MADI-Struktur eine redundante Audiosystemumgebung zu betreiben.“
Zurück zu Referenzen

